Kennzeichnung von Lebensmittel-Imitaten

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In der im Dezember 2011 veröffentlichten und seit dem 13. Dezember 2014 in Kraft getretenen Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) wird u.a. auch die Kennzeichnung von sog. Lebensmittelimitaten geregelt. Lebensmittelimitate sind Lebensmittel, welche üblicherweise die gleichen oder sehr ähnliche Eigenschaften eines bestimmten Lebensmittel besitzen und auch statt dessen verwendet werden können; jedoch nicht den für dieses Lebensmittel geltenden Herstellungsverordnungen oder Gesetzen entsprechen.

Die bekanntesten Lebensmittelimitate sind

  • "Analogschinken" (Erzeugnisse ohne Schinkencharakter (brühwurstartige Masse mit Magerfleisch- und Speckeinlage, geringer Fleischanteil, hoher Anteil an Trinkwasser))
  • "Analogkäse" (Erzeugnis aus Magermilch und Pflanzenfett)
  • Surimi (Fischfleischimitat)


Entsprechend muss die Kennzeichnung erfolgen bei:

sog. Analogschinken
"... mit Belag nach Art einer groben Brühwurst, aus Schweinefleisch"
"Kochpökelfleischimitat aus Schweinefleischanteilen, zerkleinert und geformt"

Werden andere Tierarten als Schwein verwendet, muss dies ebenfalls kenntlich gemacht werden

sog. Analogkäse
"... mit Erzeugnis aus Magermilch und Pflanzenfett".
Die Alternativbezeichnung "Käseimitat" darf jedoch nicht verwendet werden!
Ebenso ist die Kennzeichnung mit einer Fußnote nicht zulässig ("... mit Käse*", "*Käse = Erzeugnis aus Magermilch und Pflanzenfett"), da die Bezeichnung "Käse" ganz klar in der Käseverordnung definiert ist.
Surimi
"...-Imitat aus Fischmuskelfleisch geformt"


Die Kenntlichmachung muss in unmittelbarer Nähe zum Produktnamen des Imitats erfolgen.


Beispiel

Pizza Fantasia
mit Tomate und Pizzabelag(*), mit einem Erzeugnis aus Magermilch und Pflanzenfett überbacken

(*)Erzeugnis mit Schweinefleischanteilen nach Art einer groben Brühwurst, mit Garnelenschwanz-Imitat aus Fischmuskelfleisch geformt
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