Lebensmittel-Informationsverordnung

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Die im Dezember 2011 in Kraft getretene EU-Verbraucher-LebensmittelinformationsVO (EU-Verordnung Nr. 1169/2011) regelt europaweit nicht nur die einheitliche Lebensmittel- und Nährwertkennzeichnung, sondern jegliche Information, die dem Endkunden im Bezug auf ein Lebensmittel mittels Verpackung/Etikett, Infomaterial (z.B Flyer), Internetseiten, oder einfach nur mündlich bereit gestellt wird.

Inhaltsverzeichnis

= Gültigkeit

Die Regelungen müssen spätestens drei Jahre nach Inkrafttreten angewendet werden (also 13. Dezember 2014), die Nährwertkennzeichnung wird grundsätzlich nach fünf Jahren verbindlich (also 13. Dezember 2016).

Deutung

Die Europäische Kommision hat mit ihren Fragen und Antworten zur Anwendung der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel zu einer Vielzahl von Auslegungsfragen rund um die LMIV Stellung genommen. Die Antworten der Kommission sind rechtlich nicht bindend, bieten aber eine gute Orientierungshilfe bei der Umsetzung der LMIV. http://ec.europa.eu/food/food/labellingnutrition/foodlabelling/docs/qanda_application_reg1169-2011_de.pdf

Die wichtigsten Veränderungen zur bisherigen Gesetzgebung

Schriftgrößen (seit 12/2014)

Alle verpflichtenden Angaben müssen weiterhin deutlich lesbar sein. Neu ist die Vorgabe der Mindestschriftgröße von 1,2 mm bezogen auf das kleine „x“, also den mittleren Buchstabenteil) auf der Verpackung. Für kleinere Verpackungen (Oberfläche < 80 cm²) muss die Schriftgröße mind. 0,9 mm (ebenfalls bezogen auf "x") betragen. Die Größe der Oberfläche wird allgemein über Breite x Höhe der Packung definiert. Bei Dosen hingegen fallen der Deckel und Boden sowie die Kanten bei der Oberflächenberechnung weg; bei Gläsern und Flaschen der Hals und die Schulter.

Nährwert-Kennzeichnung (spätestens ab 12/2016)

Die Kennzeichnung von

  • Brennwert (Energie)
  • Fett
  • gesättigte Fettsäuren
  • Kohlenhydraten
  • Zucker
  • Eiweiß
  • Salz

ist für alle Lebensmittel verpflichtend und hat in Form einer Tabelle zu erfolgen, welche in der Regel auf der Rückseite der Produkte zu findet sein sollte.

Die Nährwertangaben müssen bezogen auf 100 Gramm oder 100 Milliliter angegeben werden. Zusätzlich ist es erlaubt, die Angaben bezogen auf eine Portion anzugeben. Auf der Produktvorderseite dürfen der Kaloriengehalt und die vier wichtigsten Nährstoffe besonders herausgestellt werden. Auch die Richtwerte für die Tageszufuhr der einzelnen Nährstoffe darf angegeben werden.

Bei Lebensmitteln, bei welchen die Nährwerte vor dem 13. Dezember 2016 auf freiwilliger Basis angegeben werden, muss die Darstellung und der Inhalt der LMIV entsprechen.
Falls eine nährwert- und /oder gesundheitsbezogene Angabe gemacht wird oder einem Lebensmittel Vitamine und/oder Mineralstoffe beigefügt wurden, muss die verpflichtende Nährwertdeklaration seit dem 13. Dezember 2014 der LMIV entsprechen.

Lebensmittelimitate (seit 12/2014)

Bei der Verwendung von Lebensmittelimitaten(z.B. Analogkäse) muss der ersatzweise verwendete Stoff in unmittelbarer Nähe des Produktnamens angegeben werden. Die Schriftgröße der Imitatkennzeichnung muss mindestens 75 Prozent der Größe des Produktnamens betragen. Die Verwendung von so genanntem "Klebefleisch" muss künftig mit dem Hinweis "aus Fleischstücken zusammengefügt" deutlich kenntlich gemacht werden. Entsprechendes gilt für Fischereierzeugnisse (z.B. Surimi: "Meeresfrüchtemischung mit Surimi").

Allergene (seit 12/2014)

Stoffe, die bei manchen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen können, müssen in der Zutatenliste auf verpackten Lebensmitteln hervorgehoben werden (z.B. farbig unterlegt). Auch bei nicht verpackten Lebensmitteln (so genannter loser Ware) ist die Kennzeichnung von Allergenen verpflichtend. Die Art und Weise der Kennzeichnung von Allergenen in unverpackten Lebensmitteln ist Sache der einzelnen Mitgliedsstaaten. Hierzu wurde inzwischen ind Deutschland die vorläufige Lebensmittel-Informations-Ergänzungsverordnung (vorlLMIEV) erlassen.

Koffeinhaltige Lebensmittel (seit 12/2014)

Für Kinder, Schwangere und Stillende gibt es Warnhinweise auf koffeinhaltigen Lebensmitteln.

Herkunftskennzeichnung (seit 12/2014)

Für Schweine-, Schaf-, Ziegen- und Geflügelfleisch wird die Herkunftskennzeichnung (wie bereits für Rindfleisch) verpflichtend und gilt für alle Angebotsformen (frisch, gekühlt. gefroren und tiefgefroren). Für andere Fleischarten und für Fleisch als Zutat soll innerhalb von zwei Jahren ein Bericht der Kommission vorgelegt und dann über eine Regelung entschieden werden.

Angabe bei gefrorenen Lebensmitteln (seit 12/2014)

Bei gefrorenem Fleisch, Fleischerzeugnissen und unverarbeiteten Fischprodukten muss das Einfrierdatum sowie die Angabe "aufgetaut" (sofern ein Lebensmittel tiefgefroren war und dann aufgetaut verkauft wird) angegeben werden.

Ausnahmen gelten für

  • Zutaten die im Endprodukt enthalten sind
  • Lebensmittel, bei denen das Einfrieren ein technologischer Schritt des Herstellungspozesses ist
  • wenn das Auftauen keine negativen Auswirkungen auf Qualität und Sicherheit des Lebensmittels hat.

Erweiterung bei der Kennzeichnung von pflanzlichen Ölen und Fetten

Es war bisher schon möglich, verschiedene pflanzliche Öle und Fette unter diesem Oberbegriff zusammen zu fassen. Jetzt muss hier zusätzlich die pflanzliche Herkunft angegeben werden (z.B. aus Palm, aus Sonnenblumen, aus Raps).

Kennzeichnung von Nano-Material

Zutaten, die in Form technisch hergestellter Nano-Materialien in Lebensmitteln vorliegen, müssen nach Artikel 18 Absatz 3 in der Zutatenliste explizit durch das Wort "Nano" in Klammern hinter dem Rohstoffnamen aufgeführt werden.

Pflichtangaben im gleichen Sichtfeld

Gemäß Artikel 13 müssen folgende Angaben im selben Sichtfeld sein:

  • die Bezeichnung des Lebensmittels
  • die Nettofüllmenge
  • der vorhandene Alkoholgehalt in Volumenprozent (bei alkoholischen Getränken)
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