Zusatzstoff-Zulassungsverordnung

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Inhaltsverzeichnis

Offizielle Bezeichnung

Verordnung über die Zulassung von Zusatzstoffen zu Lebensmitteln zu technologischen Zwecken

Gültigkeit

Der Geltungsbereich beschränkt sich auf die Bundesrepublik Deutschland.

Gesetzestext

Erläuterung

Der Inhalt

Im Bezug auf die Kennzeichnung von Lebensmitteln ist ausschließlich ein Paragraph in diesem Gesetz entscheidend:

Kennzeichnung (§9 ZZulV)

Welche Zusatzstoffe sind zu kennzeichnen

Der Gehalt an Zusatzstoffen in Lebensmitteln muß bei der Abgabe an Verbraucher wie folgt kenntlich gemacht werden: (Hier in Kurzform):

  • bei Lebensmitteln mit einem Gehalt an Farbstoffen durch die Angabe "mit Farbstoff",
  • bei Lebensmitteln mit einem Gehalt an den Farbstoffen Tartrazin (E102), Chinolingelb (E104), Gelborange S (E110), Azorubin (E122), Conchenillerot A (E124) und Allurarot AC (E129) zusätzlich durch die Angabe "kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen"
  • bei Lebensmitteln mit einem Gehalt an Zusatzstoffen, die zur Konservierung verwendet werden, durch die Angabe "mit Konservierungsstoff" oder "konserviert"; diese Angaben können durch folgende Angaben ersetzt werden:
    • "mit Nitritpökelsalz" bei Lebensmitteln mit einem Gehalt an Natrium- oder Kaliumnitrit, auch gemischt und in Mischungen mit Kochsalz, jodiertem Kochsalz oder Kochsalzersatz,
    • "mit Nitrat" bei Lebensmitteln mit einem Gehalt an Natrium- oder Kaliumnitrat, auch gemischt, oder
    • "mit Nitritpökelsalz und Nitrat" bei Lebensmitteln mit einem, Gehalt an Natrium- oder Kaliumnitrit und Natrium- oder Kaliumnitrat, jeweils auch gemischt und in Mischungen mit Kochsalz, jodiertem Kochsalz oder Kochsalzersatz,
  • bei Lebensmitteln mit einem Gehalt an Zusatzstoffen, die als Antioxidationsmittel verwendet werden, durch die Angabe "mit Antioxidationsmittel",
  • bei Lebensmitteln mit einem Gehalt an Zusatzstoffen, die als Geschmacksverstärker verwendet werden, durch die Angabe "mit Geschmacksverstärker",
  • bei Lebensmitteln mit einem Gehalt an Zusatzstoffen, der Anlage 5 Teil B von mehr als 10 Milligramm in einem Kilogramm oder einem Liter, berechnet als Schwefeldioxid, durch die Angabe "geschwefelt",
  • bei Oliven mit einem Gehalt an Eisen-II-gluconat (E 579) oder Eisen-II-lactat (E 585) durch die Angabe "geschwärzt",
  • bei frischen Zitrusfrüchten, Melonen, Äpfeln und Birnen mit einem Gehalt an Zusatzstoffen der Nummern E 901 bis E 904, E 912 oder E 914, die zur Oberflächenbehandlung verwendet werden, durch die Angabe "gewachst",
  • bei Fleischerzeugnissen mit einem Gehalt an Zusatzstoffen der Nummern E 338 bis E 341, E 450 bis E 452, die bei der Herstellung der Fleischerzeugnisse verwendet werden, durch die Angabe "mit Phosphat".
  • Kennzeichnung von Süßstoffen:
    • Werden zum Süßen von Lebensmitteln verwendete Zusatzstoffe ([Anhang 2 ZZulV]), ausgenommen Tafelsüßen, eingesetzt ist in Verbindung mit der Verkehrsbezeichnung (und somit auf jeden Fall am Preisschild oder einem Schild auf oder neben dem Produkt) durch die Angabe "mit Süßungsmittel", bei mehreren Süßungsmitteln durch die Angabe "mit Süßungsmitteln" kenntlich zu machen.
    • Bei Lebensmitteln, ausgenommen Tafelsüßen, mit einem Gehalt an einem Zuckerzusatz (Einfach- oder Mehrfachzucker) sowie einem Süßungsmittel, ist dies durch die Angabe "mit einer Zuckerart und Süßungsmittel", sofern mehrere Zuckerzusätze oder mehrere Süßungsmittel (Zusatzstoffe) enthalten sind, sind die betreffenden Zutaten in der Mehrzahl jeweils in Verbindung mit der Verkehrsbezeichnung (also wiederum am Preisschild oder einem Schild auf oder neben dem Produkt) kenntlich zu machen.
    • Sofern das Süßungsmittel Aspartam oder Aspartam-Acesulfamsalz enthält, muss der Hinweis "enthält eine Phenylalaninquelle" angegeben werden.
    • Werden Tafelsüßen, ausgenommen fertig verpackte Tafelsüßen, mit einem Gehalt von mehr als 100 Gramm/Kilogramm oder Liter an Sorbit (E 420), Mannit (E 421), Isomalt (E 953), Maltit (E 965), Lactit (E966), Xylit (E 967) und Erythrit (E 968) und andere Lebensmittel mit einem Gehalt an diesen Zusatzstoffen in den Verkehr gebracht, muss der Hinweis "kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken" nach Absatz 6 der ZZulV §9 angegeben werden.

Art der Kennzeichnung

definiert in (§9 Absatz 1 Satz 6)

Die Angaben nach Absatz 1 bis 5 sind gut sichtbar, in leicht lesbarer Schrift und unverwischbar anzugeben. Sie sind wie folgt anzubringen:

  • (1) bei loser Abgabe von Lebensmitteln auf einem Schild auf oder neben dem Lebensmittel,
  • (2) bei der Abgabe von Lebensmitteln in Umhüllungen oder Fertigpackungen nach Artikel 1 Abs. 2 e) der Lebensmittel-Informationsverordnung ("vorverpackte Lebensmittel") auf einem Schild auf oder neben dem Lebensmittel, auf der Umhüllung oder auf der Fertigpackung,
  • (3) bei der Abgabe von Lebensmitteln in Fertigpackungen, die nach der Lebensmittel-Informationsverordnung zu kennzeichnen sind, auf der Fertigpackung oder dem mit ihr verbundenen Etikett,
  • (4) bei der Abgabe von Lebensmitteln im Versandhandel auch in den Angebotslisten,
  • (5) bei der Abgabe von Lebensmitteln in Gaststätten auf Speise- und Getränkekarten,
  • (6) bei der Abgabe von Lebensmitteln in Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung auf Speisekarten oder in Preisverzeichnissen oder, soweit keine solchen ausgelegt sind oder ausgehändigt werden, in einem sonstigen Aushang oder einer schriftlichen Mitteilung.

In den Fällen der Nummern 5 und 6 dürfen die vorgeschriebenen Angaben in Fußnoten angebracht werden, wenn bei der Verkehrsbezeichnung auf diese hingewiesen wird. (Dies gilt jedoch explizit nicht für Bäckereien, wird dort aber ggf. geduldet)

Entfallende Angaben

Die Angaben nach Absatz 1 können entfallen,

  • wenn Zusatzstoffe nur den Zutaten eines Lebensmittels zugesetzt sind, sofern die Zusatzstoffe in dem Lebensmittel keine technologische Wirkung mehr ausüben [Carry over]
  • bei Lebensmitteln in Fertigpackungen, wenn auf der Umhüllung oder der Fertigpackung ein Verzeichnis der Zutaten im Sinne der Lebensmittel-Informationsverordnung angegeben ist, oder
  • bei Lebensmitteln, die lose oder in Umhüllungen oder Fertigpackungen nach Artikel 2 Abschnitt e) der Lebensmittel-Informationsverordnung an den Verbraucher im Sinne des § 2 Nr. 5 Halbsatz 1 abgegeben werden, wenn in einem Aushang oder in einer schriftlichen Aufzeichnung, die dem Endverbraucher unmittelbar zugänglich ist, alle bei der Herstellung des Lebensmittels verwendeten Zusatzstoffe angegeben werden; auf die Aufzeichnung muß bei dem Lebensmittel oder in einem Aushang hingewiesen werden; Absatz 6 Satz 1 sowie die Artikel 2 und 18 der LMIV gelten entsprechend. Kladden-Lösung

Die Angabe nach Absatz 1 Nr. 5 kann ferner entfallen, sofern Schwefeldioxid oder Sulfite nach Artikel 6 Abs. 4 der Lebensmittel-Informationsverordnung angegeben werden. Alkoholhaltige Getränke mit mehr als 1,2 Volumenprozent und einem Schwefeldioxidgehalt von mindestens 10ml/l können also auf den Hinweis "geschwefelt" verzichten, da Sie stattdessen den Allergenhinweis "enthält Schwefeldioxid" oder "enthält Sulfite" aufführen müssen.

Erläuterung der Kennzeichnungsmöglichkeiten

Die Kennzeichnung der Zusatzstoffe kann bei loser Ware auf zwei Wegen erfolgen:

  • Am Preisschild oder einem Schild auf oder neben der Ware
  • In einer Kladde

Informationen zu beiden Möglichkeiten finden Sie unter Kennzeichnung von Zusatzstoffen bei loser Ware.


Bei Fertigpackungen bzw. vorverpackte Lebensmittel im Sinne der LMIV werden die im Produkt enthaltenen Zusatzstoffe in der Zutatenliste auf der Packung oder einem mit ihr verbundenen Etikett angegeben.

Kennzeichnung von Gentechnik

Werden Zusatzstoffe aus gentechnisch veränderten Organismen hergestellt, muss dies weiterhin entsprechend gekennzeichnet werden. Mögliche Zusatzstoffe wären z.B. Lecithin (E322) aus gentechnisch veränderten Sojabohnen, oder Methylcellulose (E461) aus gentechnisch veränderter Baumwolle.
Werden Zusatzstoffe mit Hilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt, muss dies jedoch nicht gekennzeichnet werden.

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